Morokro – Clinique Monile Einsatz

Wo Hoffnung in langen Warteschlangen lebt

Clinique Mobile team

In Morokro beginnt dieser Tag früh. Noch bevor unser Team eintrifft, füllt sich der Hof des Gesundheitszentrums. Frauen kommen aus umliegenden Dörfern, viele haben weite Wege zurückgelegt. Einige sind schwanger, andere tragen ihre Kinder auf dem Rücken. Alle haben eines gemeinsam: die Hoffnung, endlich gesehen zu werden.

Als wir ankommen, warten bereits zwischen 150 und 200 Frauen. Eine beeindruckende, aber auch überwältigende Realität. Schnell wird klar: Wir können nicht allen helfen.

Doch wir kommen vorbereitet. Vor Ort organisieren wir Zelte als Schutz vor der Sonne, Stühle für die wartenden Frauen sowie Wasser und kleine Snacks. Es sind einfache Dinge – aber sie schaffen Würde, Ruhe und ein Gefühl von Fürsorge in einem langen, intensiven Tag.

Wie bei jedem unserer Einsätze beginnen wir auch hier mit den grundlegenden Untersuchungen:
Blutdruck- und Blutzuckermessungen gehören immer dazu.
Sie sind oft der erste entscheidende Hinweis auf mögliche Risiken während der Schwangerschaft.

In enger Abstimmung mit dem lokalen Gesundheitspersonal müssen wir Prioritäten setzen. Wir behandeln vor allem jene, die bisher noch nie eine Untersuchung hatten, keinen Zugang zu Betreuung haben oder besonders verletzlich sind.

Der Tag ist intensiv. Untersuchung für Untersuchung. Gespräch für Gespräch. Hinter jeder Frau steht eine Geschichte.

Am Ende des Tages konnten wir 115 Frauen untersuchen.

Wir entdecken:

  • Schwangerschaften, die bereits still zum Ende gekommen sind
  • Risikosituationen, die dringend medizinische Betreuung brauchen
  • eine werdende Mutter mit Schwangerschaftsdiabetes

Und während wir arbeiten, bleiben viele Frauen im Hof. Stundenlang. Wartend. Hoffend.

Berührt von dieser Geduld und diesem Vertrauen nehmen wir am Ende noch zusätzliche Frauen auf – obwohl die Kräfte schwinden.

Und trotzdem müssen wir gehen.
Einige bleiben zurück.
Dieser Moment bleibt.

Doch gleichzeitig sehen wir auch etwas anderes:
Es kommen immer mehr Frauen. Die Botschaft erreicht immer mehr Menschen. Vertrauen wächst.

Morokro hat uns einmal mehr gezeigt:
Wir dürfen nicht aufgeben. Dieses Projekt muss weitergehen.

Wir werden zurückkehren.